Vier Pfoten: CDU boykottiert Bundesminister Schmidt beim Schutz von Pelztieren

Foto: Vier Pfoten/Fred Dott
Foto: Vier Pfoten/Fred Dott
Die Tierschutz-Stiftung „Vier Pfoten“ ist empört: Im letzten Jahr hatten sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und die Bundesregierung öffentlich zu einem Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland bekannt. Nun aber macht die CDU-Bundestagsfraktion eine überraschende Kehrtwende und stellt sich gegen die Linie ihres Bundesministers. Laut Aussagen der CDU-Fraktionsspitze gäbe es Bedenken hinsichtlich der Verfassungsmäßigkeit eines Pelztierhaltungsverbotes. Man befürchte, dass ein solches Verbot auch andere Bereiche der Nutztierhaltung in Frage stellen könnte. Stattdessen plädieren Teile der Fraktion für eine freiwillige Einigung mit den Nerzfarmbetreibern.

Doch damit gibt sich Vier Pfoten nicht zufrieden: „Interne Streitereien in der CDU/CSU auf Kosten des Tierschutzes auszutragen ist unverantwortlich! Dass nun die Union ihrem eigenen Minister und ihrem Koalitionspartner SPD in den Rücken fällt, ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir rufen alle Parteien dazu auf, sich umgehend für ein Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland einzusetzen.“

Detaillierte Informationen zum Thema Pelz/Pelztiere/Pelzfarmen finden sich auf der Vier Pfoten Homepage.

Kambodschas Exoten bedroht

Foto: Welttierschutzgesellschaft
Foto: Welttierschutzgesellschaft

Gemeinsam mit der Naturschutzorganisation ACCB (Angkor Centre for Conservation of Biodiversity) setzt sich die Welttierschutzgesellschaft e.V. für die Tiere Kambodschas ein. Hilfe ist dringend erforderlich: die rasante Abholzung der Regenwälder und die Bedrohung durch den illegalen Wildtierhandel kosten vielen exotischen Tieren dort das Leben.

Im Schutzzentrum der beiden Organisationen finden die bedrohten Tiere Zuflucht. Insgesamt 253 Tiere 35 verschiedener Arten konnten allein schon in diesem Jahr gerettet werden.

Nähere Informationen zum Tier- und Naturschutzengagement in Kambodscha finden sich auf der Homepage der Welttierschutzgesellschaft.

Sumatra-Elefanten brauchen Hilfe

„Heimatlos und gejagt – die Sumatra-Elefanten brauchen Ihre Hilfe!“ – so lautet die Dringlichkeit bekundende Überschrift eines Rundbriefs der Welttierschutzgesellschaft e.V.

Gerettetes Elefantenkalb (Foto: Welttierschutzgesellschaft)
Gerettetes Elefantenkalb (Foto: Welttierschutzgesellschaft)

Geschildert wird die fast dreistündige Rettungsaktion eines jungen Elefanten, von den Helfern liebevoll Baryi (indonesisch für Baby) genannt.

Baryi gehört zu den letzten wilden Elefanten auf Sumatra, die auf der Suche nach Nahrung und neuem Lebensraum und durch die Wilderei ständigen Gefahren ausgesetzt sind.

Auf der Homepage der Welttierschutzgesellschaft gibt es nähere Informationen. Unter anderem lesen wir dort:

Durch die Abholzung der indonesischen Regenwälder haben die Sumatra-Elefanten ihren natürlichen Lebensraum verloren. Innerhalb nur einer Elefanten Generation hat sich die Population in freier Wildbahn auf nur noch etwa 2000 halbiert. Auf der Suche nach Nahrung überqueren die Dickhäuter immer wieder die natürlichen Grenzen der Wälder und zerstören die Ernten der Bauern. So kommt es zu schrecklichen, unter Umständen auch tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Mensch und Tier.

Wer helfen kann, findet hier Details.

Jane’s Journey – Die Lebensreise der Jane Goodall

Film über die Geschichte der Schimpansenforscherin
Vorige Woche fand in Berlin die deutsche Filmpremiere von „Jane’s Journey – Die Lebensreise der Jane Goodall“ statt. Die Dokumentation zeigt die Geschichte der weltberühmten Schimpansenforscherin, Naturschützerin und UN-Friedensbotschafterin. Der Deutsche Tierschutzbund ist Partner des Films.

Vor über 20 Jahren gab die heute 76-jährige ihre Karriere als Schimpansenforscherin auf und ist seitdem mehr als 300 Tage im Jahr im Dienst der Rettung der Erde rund um den Globus unterwegs. Für den Film begleitete Regisseur Lorenz Knauer Jane Goodall zwei Jahre auf ihren Reisen. Gleich zu Beginn des Films geht die Reise in den „Gombe National Park“ in Tansania, wo sie vor 50 Jahren ihre Forschungsarbeit über das Verhalten der Schimpansen begonnen hatte.

Jane Goodall hat den Menschen auf vielfältige Weisen vor Augen geführt, dass Affen denkende, fühlende, aber auch leidende Wesen sind. Sie hat ihre einzigartige Lebensweise dokumentiert, sich mit ihnen unterhalten und den Ruf der Schimpansen bis in die Hörsäle und Fernsehstationen der sogenannten zivilisierten Welt getragen. Ihre Botschaft lautet, dass diese Tiere und ihre Lebensräume unbedingt geschützt und vor der Vernichtung bewahrt werden müssen.

Origami-Tiger leuchten in Berlin

WWF und LAVA enthüllten die größten Origami-Tiger der Welt

Im Rahmen der weltweiten Tiger-Kampagne der Umweltschutzorganisation WWF machen zwei Riesen-Origami-Tiger des Architekturbüros LAVA (Watercube Peking, Mercedes-Museum Stuttgart, Masdar City) für drei Wochen Station in Berlin. Die sieben Meter langen und zweieinhalb Meter hohen Skulpturen wurden am 10. August von Stefan Ziegler (WWF) und Tobias Wallisser (LAVA) auf dem Washington Platz am Hauptbahnhof enthüllt. Pulsierende LED-Dioden bringen die größten Origami-Tiger der Welt zum „atmen“. Designer des Architektenbüros LAVA haben die Skulpturen zum chinesischen „Jahr des Tigers“ entworfen, um ihr persönliches Engagement für deren Schutz auszudrücken. Nach WWF-Angaben gibt es derzeit nur noch 3.200 Tiger in der Wildnis.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, droht der Tiger auszusterben“, warnt Stefan Ziegler, WWF-Artenschutzreferent. Mit den Großkatzen gelten auch zahlreiche weitere Arten und ganze Tiger-Ökosysteme, vom tropischen Regenwald Sumatras bis zu den im Winter schneebedeckten Weiten Russlands, als bedroht.

Fotos der Origami-Tiger können übrigens auf Flickr angesehen werden.

„LIONSROCK – Hoffnung Südafrika“

Buchneuerscheinung: Die VIER PFOTEN Großkatzenstation in Südafrika und der Kampf gegen den Jagdtourismus

Zur Fußball-WM in Südafrika erscheint der Themenband „LIONSROCK – Hoffnung Südafrika“. Ausgehend vom Leid der Großkatzen in Europa und den Mechanismen der südafrikanischen Jagdindustrie stellt er das VIER PFOTEN-Großkatzenrefugium LIONSROCK vor. Dort werden neue Standards in der Haltung von Löwen gesetzt, die nicht mehr in die Freiheit entlassen werden können. Für Südafrika, einem der beliebtesten Reiseziele für Jagdtouristen, könnte dies der Schlüssel zu einem Umdenken im Umgang mit den eigenen Naturschätzen sein.

Bereits vor einigen Wochen hat die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN eine Kampagne zur Abschaffung von Canned Hunting (zu deutsch: Gatterjagd) in Südafrika gestartet. Derzeit leben VIER PFOTEN zufolge etwa 4.000 Löwen auf Zuchtfarmen. Diese Farmen dienen einzig dem Zweck, Jagdbetriebe mit Tieren zu versorgen. Etwa 1.000 Großkatzen werden pro Jahr von Hobbyjägern auf eng eingezäuntem Gelände erlegt. Alle Bemühungen, die Lage auf politischem Wege zu entschärfen, scheiterten bisher an Südafrikas mächtiger Jagdlobby.

Mit dem 2008 gegründeten LIONSROCK hat VIER PFOTEN ein viel beachtetes Modell zur Wahrung von Südafrikas größtem Naturschatz, seiner Tierwelt, geschaffen. Ursprünglich als Refugium für Löwen errichtet, die in geschlossenen oder verwahrlosten europäischen Zoos und Safariparks keine Zukunft mehr haben, kommt dem Großprojekt am „Kap der guten Hoffnung“ nun auch eine weitaus bedeutendere Rolle zu: LIONSROCK ist ein Modellprojekt für den seriösen und zeitgemäßen Umgang mit Wildtieren.

Das reich mit Farbabbildungen illustrierte Buch „LIONSROCK – Hoffnung Südafrika“ rollt nun erstmals den gesamten Themenkomplex in all seinen Zusammenhängen auf. Neben VIER PFOTEN Präsident Helmut Dungler kommen auch Gastautoren wie Prinzessin Alia von Jordanien und der ehemalige Direktor des Tiergarten Schönbrunn, Helmut Pechlaner, zu Wort. Die Arbeit mit den Tieren wird ebenso ausführlich erläutert wie die Bedeutung, die diese für einen nachhaltigen Tierschutz und einen „sanften Tourismus“ in Südafrika haben kann.

Postkartenkampagne von animal public – Tierleid verdient keinen Applaus

Eingesperrt in kleine Käfigwagen oder wie Sträflinge festgekettet, ihrer Freiheit und Würde beraubt, so fristen Hunderte Wildtiere ein elendes Dasein in deutschen Zirkusbetrieben. Alle paar Tage werden sie an einen neuen Ort gekarrt, um die immer gleichen Kunststücke zu zeigen. Vor mittlerweile sieben Jahren hat der Bundesrat beschlossen, dass die Haltung von Wildtieren, insbesondere Elefanten, Affen und Bären, in reisenden Zirkusbetrieben grundsätzlich verboten werden soll. Umgesetzt wurde dieser Beschluss von der Bundesregierung nicht. In anderen Ländern wie Österreich, Finnland, Dänemark, Schweden ist die Haltung von Wildtieren in reisenden Zirkusbetrieben bereits teilweise oder sogar ganz verboten.

Nun hat Bundesministerin Aigner angekündigt die „Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben und ähnlichen Einrichtungen“ überarbeiten zu wollen. Von dem bereits beschlossenen Verbot ist keine Rede. Was soll eine Reform bringen? Ein paar Quadratmeter mehr, eine längere Eisenkette?

animal public fordert eine verbindlich Rechtsverordnung, die den Zirkusbetrieben die Haltung von Wildtieren verbietet. Bitte unterstützen Sie diese Forderung! Schicken Sie eine Protestpostkarte an die zuständige Ministerin Ilse Aigner. Postkarten können Sie ganz einfach per eMail an die Adresse info@animal-public.de bestellen.