Kampagne von Tierschutzverbänden: Schluss mit „Schwimmen bis zur Verzweiflung“!

Quelle: Homepage "Ärzte gegen Tierversuche"
Quelle: Homepage „Ärzte gegen Tierversuche“

„Schwimmen bis zur Verzweiflung. Schluss mit Depressionsforschung an Tieren“ – unter diesem Motto haben die „Ärzte gegen Tierversuche“, „Tasso“ und der „Bund gegen Missbrauch der Tiere“ eine Kampagne ins Leben gerufen, die breite Unterstüzung braucht.

Hintergrund: „Ratten müssen bis zur Erschöpfung schwimmen, Mäuse werden so lange mit Elektroschocks traktiert, bis sie verzweifelt aufgeben und die Schmerzen über sich ergehen lassen. Extrem grausame Tierversuche wie der „forcierte Schwimmtest“ und Experimente zur „erlernten Hilflosigkeit“, die in der Depressionsforschung Gang und Gäbe sind, sind in Deutschland erlaubt, obwohl die EU ein gesetzliches Verbot für solche Versuche mit Schweregrad „schwer“ ermöglicht.“

So lautet der einleitende Text zu einer Petition, die jeder, der sich über solche Forschungsmethoden empört und politische Entscheidungen dieser Art ablehnt, unterzeichnen sollte.

Weitere Informationen finden sich z.B. auf der Homepage der Ärzte gegen Tierversuche und unter schwimmen bis zur verzweiflung.de.

Advertisements

Aktuelle Tierversuchsstatistik: Noch immer Millionen Tieropfer

MouseDie Mitteilung über die Tierversuchszahlen liegt zwar schon ein paar Tage zurück, doch das Thema ist wichtig genug, es auch jetzt noch hier in Adlerauge aufzugreifen:

Nach der Tierversuchsstatistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) mussten 2014 rund 2,8 Millionen Mäuse, Fische, Affen, Hunde und andere Tiere für Tierversuche leiden und sterben.

Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche zeigt sich in einer Presseerklärung entsetzt über die seit Jahren anhaltende hohe Zahl der angeblich zum Wohle des Menschen zu Tode geforschten Tiere und fordert im Sinne von Tier und Mensch eine vollständige Abkehr von der unethischen und wissenschaftlich sinnlosen Methode Tierversuch.

Die vollständige Mitteilung mit weiteren Zahlen und Informationen findet sich auf der Homepage der „Ärzte gegen Tierversuche“.

Welttierschutztag: Menschen für Tierrechte fordern Aus von Tierversuchen für Haushaltsprodukte

Anlässlich des heutigen Welttierschutztages fordert der Bundesverband Menschen für Tierrechte ein konsequentes Verbot von Tierversuchen für

Foto: Menschen für Tierrechte
Foto: Menschen für Tierrechte
Haushaltsprodukte und fordert Politik und Bürger zum Handeln auf.

Mit seiner neuen europaweiten Kampagne „Nein! zu Tierversuchen für Haushaltsprodukte!“ will der Tierrechtsverband erreichen, dass diese Tierversuche schnell beendet werden. Ziel ist ein EU-weites Verbot von Tierversuchen für Haushaltsprodukte und ein konsequentes Vermarktungsverbot für Waren, für die Tiere leiden müssen.

„Nach der erfolgreichen Umsetzung des Verbots für Kosmetik-Tierversuche wollen wir das Gleiche auch für Haushaltsprodukte erreichen. Deutschland hat zwar schon 1987 Tierversuche für Waschmittel und etliche Haushaltsprodukte verboten. Dieses Verbot greift jedoch erst, wenn die EU ein konsequentes Vermarktungsverbot beschließt“, so Christina Ledermann, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, in einer Presseerklärung, die in vollem Wortlaut hier nachgelesen werden kann.

Die Tierrechtsorganisation bittet alle Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung für sein wichtiges Anliegen.

Auf seiner Homepage steht eine Petition zur Unterzeichnung bereit.

24. April: Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche

3 Millionen Tiere leiden in deutschen Laboren

Zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April fordern die bundesweiten Organisationen Ärzte gegen Tierversuche, Bund gegen Missbrauch der Tiere und TASSO von der Politik, nicht länger Milliarden Steuergelder in Tierversuche zu investieren. Im Sinne von Mensch und Tier ist eine Kehrtwende hin zu einer ethischen und sinnvollen Forschung ohne Tierleid einzuleiten.

Draize-Test: Chemikalien oder Kosmetika werden Kaninchen in die Augen geträufelt. (Foto: Ärzte gegen Tierversuche)
(Foto: Ärzte gegen Tierversuche)

Nach Aussage der Vereine gleichen Tierversuche einem Lotteriespiel mit immensem Risiko, da Ergebnisse nicht zuverlässig vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. So gehen in Deutschland jährlich mindestens 58.000 Todesfälle auf das Konto von Arzneinebenwirkungen. Trotz oder gerade aufgrund der zuvor durchgeführten Tierversuche konnten die fatalen Folgen nicht erkannt werden. Der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) zufolge versagen am Menschen 92 Prozent der zuvor am Tier getesteten Medikamente.

Neben der wissenschaftlichen Unzulänglichkeit des tierexperimentellen Systems führen die Tierversuchsgegner ethische Aspekte ins Feld. In deutschen Laboren sterben Jahr für Jahr mindestens drei Millionen Mäuse, Ratten, Kaninchen, Fische, Hunde, Affen und viele andere Tiere unter dem Deckmantel des medizinischen Fortschritts. Vielfach jedoch geht es um das Ausleben fragwürdiger Forscherinteressen. So wird untersucht, was im Gehirn von genmanipulierten Mäusen passiert, wenn sie beim Geruch von Fuchskot vor Angst erstarren. Ratten werden gezwungen, bis zur Erschöpfung zu schwimmen, um eine Depression zu attestieren, wenn das Tier aufgibt. Affen werden Elektroden in das Gehirn getrieben, um zu studieren, wie das Tier nach Forscherwunsch Aufgaben am Bildschirm erledigt.

Tierversuche werden jährlich mit Milliarden Euro aus öffentlichen Geldern finanziert, wohingegen die tierversuchsfreie Forschung mit nur rund vier Millionen Euro gefördert wird. Zum Vergleich: In München entstehen derzeit drei neue Labore für 190 Millionen Euro, das Labor des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems kostet rund 300 Millionen und das des Max-Delbrück-Centrums in Berlin etwa 61 Millionen Euro.

Die Vereine fordern die Abschaffung des Systems Tierversuch zugunsten einer ethisch verantwortbaren Wissenschaft, die beispielsweise mittels Computersimulationen, Forschung an menschlichen Zellen, Biochips sowie Bevölkerungsstudien zu klinisch relevanten Ergebnissen kommt und gleichzeitig Tierleid vermeidet. Eine Umwidmung der für Tierversuche verschwendeten Steuermilliarden in tierversuchsfreie Verfahren sei ein erster sinnvoller Schritt.

Der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche geht auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück (24.4.1882 bis 15.02.1970), der sich im Britischen Oberhaus für den Tierschutz einsetzte. Tierrechtler weltweit begehen diesen Tag mit Aktionen, um auf das Leid der Tiere aufmerksam zu machen.

trennstrich

Weitere Informationen:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.
Tasso e.V.

Labor statt Gehege: Kaninchen im Tierversuch

Bundesverband Menschen für Tierrechte bestimmt Kaninchen zum „Tier des Monats“

Draize-Test: dem Kaninchen werden Chemikalien in die Augen geträufelt. (Foto: Ärzte gegen Tierversuche)

Kaninchen sind beliebte Heimtiere, werden aber häufig im Tierversuch eingesetzt. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte zeigt mit dem Kaninchen als Tier des Monats August auf, wie dessen natürliches Leben aussieht, welche Tierversuche mit ihm gemacht werden und wie es um die tierversuchsfreie Forschung steht.

Behördliche Anerkennung tierversuchsfreier Methoden dauert zu lange
„Seit Kurzem sind endlich zwei tierversuchsfreie Methoden behördlich anerkannt, allerdings haben die Behörden dafür sechs bis sieben Jahre gebraucht. Es ist ein Skandal, dass von der wissenschaftlichen bis zur behördlichen Anerkennung immer so viel Zeit vergeudet wird. Das muss schleunigst geändert werden“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

Die Methoden betreffen den sogenannten Pyrogentest zur Ermittlung fieberauslösender Wirkungen von z. B. Medikamenten. Das Ersatzverfahren mit menschlichem Blut (Monozyten-Aktivierungstest) wird im Oktober 2010 verpflichtend und EU-weit das Leiden von ca. 200.000 Kaninchen pro Jahr beenden. Weiterhin ist zum Hautreizungstest im Juli ein Ersatzverfahren mit menschlichen Zellen in die Prüfvorschriften der OECD aufgenommen worden, das damit weltweit als verpflichtend gilt.

2008 fast 100.000 Kaninchen im Tierversuch
98.607 Kaninchen landeten laut Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums 2008 im Labor. Gut 70 Prozent der Kaninchen wurden für Herstellung, Gewinnung, Aufbewahrung oder Vermehrung von Stoffen, Produkten oder Organismen benutzt.
Hier spielt eine große Rolle: die Erzeugung von Antikörpern. Sie werden in Kaninchen produziert, durch Entblutung mit Tötung gewonnen und den Impfstoffen für Menschen zugesetzt. In der Grundlagenforschung mussten ca. 8.000 Kaninchen für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen des Menschen leiden und sterben. Zur Überprüfung von Chemikalien und Arzneimitteln wurden ca. 4.500 Kaninchen verbraucht.

Draize-Test für Prüfung von Chemikalien Vorschrift
Hierzu gehört der bekannte Draize-Test am Kaninchenauge. Dieser ist zwar seit März 2009 für Kosmetik-Rohstoffe verboten, jedoch für die Prüfung von Chemikalien immer noch Vorschrift. Ebenso verhält es sich mit den embryonenschädigenden Versuchen, die ab 2013 im Bereich Kosmetik verboten sind, aber den Großteil der Tests im Rahmen der neuen EU-Chemikalienverordnung REACH ausmachen werden. Simons: „Hier fordern wir mit Nachdruck die umgehende Anwendung praxisreifer Verfahren, die zu etlichen Fragestellungen vorhanden sind.“

Weitere Informationen finden sich hier.

Tierleid im Labor: Keine Schmerzmittel nach OPs

Mehrtägige Schmerzmittelgabe nach chirurgischen Eingriffen ist für menschliche Patienten selbstverständlich. Dagegen werden Kaninchen, Schweinen, Schafen, Hunden und Affen im Versuchslabor schmerzlindernde Maßnahmen oft verweigert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie britischer Wissenschaftler, wie die Vereinigung „Ärzte gegen Tierversuche“ berichtet.

Tierversuche werden oft damit gerechtfertigt, dass die Tiere nicht leiden würden. Eine Arbeitsgruppe der Universität Newcastle upon Tyne ging der Frage nach, inwieweit Kaninchen, Schweinen, Schafen, Hunden und Affen nach experimentellen Operationen tatsächlich Schmerzmittel verabreicht werden. Sie wertete dazu 74 Publikationen aus den Jahren 2000 und 2001 sowie 75 Arbeiten zwischen 2005 und 2006 aus. Dass nur 20 Prozent der Nagetiere nach chirurgischen Eingriffen eine Schmerzlinderung erhalten, ergab eine noch unveröffentlichte Studie des gleichen Autorenteams. Dass aber auch bei größeren Tieren und sogar Hunden und Affen oft darauf verzichtet wird, erstaunt die britischen Wissenschaftler.

Hier geht es zum vollständigen Beitrag.