Jane’s Journey – Die Lebensreise der Jane Goodall

Film über die Geschichte der Schimpansenforscherin
Vorige Woche fand in Berlin die deutsche Filmpremiere von „Jane’s Journey – Die Lebensreise der Jane Goodall“ statt. Die Dokumentation zeigt die Geschichte der weltberühmten Schimpansenforscherin, Naturschützerin und UN-Friedensbotschafterin. Der Deutsche Tierschutzbund ist Partner des Films.

Vor über 20 Jahren gab die heute 76-jährige ihre Karriere als Schimpansenforscherin auf und ist seitdem mehr als 300 Tage im Jahr im Dienst der Rettung der Erde rund um den Globus unterwegs. Für den Film begleitete Regisseur Lorenz Knauer Jane Goodall zwei Jahre auf ihren Reisen. Gleich zu Beginn des Films geht die Reise in den „Gombe National Park“ in Tansania, wo sie vor 50 Jahren ihre Forschungsarbeit über das Verhalten der Schimpansen begonnen hatte.

Jane Goodall hat den Menschen auf vielfältige Weisen vor Augen geführt, dass Affen denkende, fühlende, aber auch leidende Wesen sind. Sie hat ihre einzigartige Lebensweise dokumentiert, sich mit ihnen unterhalten und den Ruf der Schimpansen bis in die Hörsäle und Fernsehstationen der sogenannten zivilisierten Welt getragen. Ihre Botschaft lautet, dass diese Tiere und ihre Lebensräume unbedingt geschützt und vor der Vernichtung bewahrt werden müssen.

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Ministerrat stimmt EU-Tierversuchsrichtlinie zu: Verrat an den Tieren

Drei Wochen Urlaub in der Bretagne sind um – jetzt heißt es für Adlerauge erst einmal, all die aufgelaufenen Presseerklärungen, Newsletter und sonstigen Informationen rund um Tierschutz und Tierrechte zu überprüfen und zu sortieren.

Nach erstem Sichten des umfangreichen Materials scheint mir die schlimme Tatsache am Wichtigsten, dass der Ministerrat der EU-Tierversuchsrichtlinie zugestimmt hat. Die  „Ärzte gegen Tierversuche“ äußern sich dazu wie folgt:

Foto: SHAC

„Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche zeigt sich bestürzt darüber, dass der Rat der Europäischen Union heute (3. 6. 2010 – Anmerkung von Adlerauge) dem vorliegenden Entwurf einer Tierversuchsrichtlinie trotz gravierender tierschutzrechtlicher Mängel zugestimmt hat. Da den Ländern nicht erlaubt ist, national strengere Maßstäbe zu erlassen, bleibt der Tierschutz auf niedrigem Niveau zementiert, fürchtet der Ärzteverein.

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche wirft dem Ministerrat Verrat an den Tieren und Täuschung der Bevölkerung vor. Zahlreiche Verschlechterungen zu Ungunsten der Tiere versucht der Rat in seiner Position positiv darzustellen. So wird behauptet, die neue Richtlinie würde zum Ersatz oder zur Einschränkung von Tierversuchen führen. In Wirklichkeit hat nach Aussage der Ärzte gegen Tierversuche der Rat maßgeblich zu verantworten, dass die von der EU-Kommission ursprünglich vorgesehene Anwendung von tierversuchsfreien Methoden, sobald vorhanden, derart aufgeweicht wurde, dass jetzt solche Methoden erst dann angewandt werden müssen, wenn sie behördlich anerkannt sind. Da die Anerkennung von sogenannten Alternativmethoden Jahrzehnte dauern kann, fürchtet die Ärztevereinigung, dass die Abschaffung des Systems Tierversuch in weite Ferne gerückt ist. »Mit der neuen Tierversuchsrichtlinie haben die Verantwortlichen die Chance verpasst, den Weg für ein zukunftsstarkes Europa zu ebnen, wofür eine moderne und gute Wissenschaft ganz ohne Tierversuche unumgänglich ist«, erläutert Diplombiologin Silke Bitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ärztevereinigung.

Auch die Forschung an nicht-menschlichen Primaten ist entgegen der Darstellung des Rates nicht eingeschränkt. Im Gegenteil: Forschung an Affen, teilweise auch an Menschenaffen, ist zu nahezu jedem beliebigen Zweck erlaubt. Das Verbot der Verwendung von Wildfängen wurde im Verlauf der Verhandlungen ebenfalls stark zu Gunsten der Tierexperimentatoren gelockert.

Besonders heuchlerisch ist nach Ansicht der Ärzte gegen Tierversuche die Aussage des Rates, die neue Richtlinie sei ein Kompromiss zwischen Tierschutz und medizinischer Forschung. Laut Aussage der Ärztevereinigung dient ein Großteil der Tierversuche der rein zweckfreien Grundlagenforschung, also der Forschung ohne jeden medizinischen Zweck. Hier gehe es nur um das Ausleben der Forscherneugier auf Kosten der Tiere. Aber auch Forschungsprojekte zum angeblichen Wohl des Menschen erweisen sich nach Ansicht des Vereins immer wieder als fataler Irrweg und halten den medizinischen Fortschritt auf.

Die Ärzte gegen Tierversuche fordern im Interesse von Mensch und Tier ein Wissenschaftssystem, das sich nicht nach den Wünschen der einflussreichen Tierversuchslobby richtet. Vielmehr müsse durchdachte, tierversuchsfreie Forschung vorangetrieben werden, mit der im Gegensatz zum Tierversuch wirklich relevante Erkenntnisse gewonnen werden könne.“

Neue EU-Tierversuchs-Richtlinie: Arbeitsgruppe einseitig?

EU-Ombudsmann nimmt Untersuchung auf

In Brüssel laufen zurzeit die politischen Verhandlungen über die Neufassung der EU-Tierversuchs-Richtlinie. Jetzt prüft der Europäische Ombudsmann, ob sich die EU-Kommission bei der Erstellung des Richtlinienentwurfes von einer einseitig besetzten und unwissenschaftlich arbeitenden Arbeitsgruppe zur Bewertung von Affenversuchen beraten ließ. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte begrüßt diese Ermittlungen.

2008 beauftragte die EU-Kommission die Arbeitsgruppe des Wissenschaftlichen Ausschusses für Gesundheits- und Umweltrisiken* mit der Prüfung, ob Affenversuche zu relevanten Ergebnissen führen. Gleichzeitig sollte sie untersuchen, inwieweit die Ergebnisse durch tierversuchsfreie Alternativen hätten ermittelt werden können. Die Arbeitsgruppe wurde eingesetzt, nachdem sich 433 EU-Abgeordnete gegen Affenversuche und für Alternativen ausgesprochen hatten.

Hat Arbeitsgruppe wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert?

Die Vereinigung der europäischen Tierversuchsgegner (European Coalition to End Animal Experiments, ECEAE) wirft der EU-Kommission vor, die Arbeitsgruppe hätte zugeleitete wissenschaftliche Erkenntnisse über die Unzuverlässigkeit von Affenversuchen bei der Erforschung von Aids, Schlaganfällen, Malaria und Parkinson ignoriert. Der Bericht enthielte zudem keine Vorschläge zum Auslaufen von Affenversuchen und verkenne die Bedeutung der Alternativmethoden. Außerdem sei die Arbeitsgruppe einseitig mit Tierversuchsbefürwortern besetzt gewesen, während Experten für tierversuchsfreie Alternativen nicht vertreten waren. Daher hatte die ECEAE Beschwerde beim Europäischen Ombudsmann eingereicht. Am 28. Januar sicherte der Ombudsmann zu, den Vorwürfen nachzugehen.

Eile für Ombudsmann geboten

Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, betont:  „Im aktuellen Richtlinienentwurf ist der Einsatz von Affen zu nahezu jedem Zweck möglich. Wenn sich hier noch was ändern soll, muss der Ombudsmann seine Untersuchungen allerdings zügig durchführen, denn die Richtlinie soll im Frühjahr verabschiedet werden.“

Richtlinie ignoriert zentrale Forderungen der Tierschutzverbände

Die Richtlinie wird die Tierversuchspraxis in der EU und damit auch in Deutschland für lange Zeit festlegen. Im Entwurf wurden zentrale Forderungen von Tierschutzverbänden nicht erfüllt. Über die Website des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte können Bürgerinnen und Bürger sich informieren sowie einen Online-Brief an die EU-Parlamentarier unterzeichnen. Vor der Abstimmung wird dieser ausgedruckt durch Verbandsvertreter an die deutschen Abgeordneten überreicht werden.

*Scientific Committee on Health and Environmental Risks SCHER

Umstrittene Affenversuche an der Ruhr-Uni laufen weiter

Foto: PETA
Dekan Franz Naberhaus hatte ursprünglich beteuert, dass die Tierversuche mit Affen an der Ruhruniversität in Bochum im Sommer 2009 eingestellt würden. Doch jetzt ist klar: Die umstrittene Forschung an den Affen geht bis mindestens 2011 weiter. Tierschützer sind empört.

Lesen Sie den vollständigen Artikel, der gestern im Internetportal „Der Westen“ erschienen ist.

EU-Agrarminister beraten über neue Tierversuchs-Richtlinie

Der EU-Agrarministerrat wird auf seinem heute beginnenden zweitägigen Treffen in Brüssel auch über den aktuellen Entwurf der EU-Tierversuchs-Richtlinie beraten.

Internet-Brief-Aktion für Bürger
Der erste Entwurf vom November 2008 war hinter den Forderungen der Tierschutzorganisationen zurückgeblieben und durch das EU-Parlament und nachfolgende Beratungen hinsichtlich des Tierschutzes noch weiter verschlechtert worden. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat daher an Bundesministerin Ilse Aigner appelliert, den Verschlechterungen entgegenzuwirken. Darüber hinaus hat der Verband für die Bürger über das Internet eine Brief-Aktion gestartet.

Forderung: EU-Richtlinie darf nur Mindestanforderungen vorgeben
Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, fordert: „Ministerin Aigner muss jetzt zumindest sicherstellen, dass die Tierversuchs-Richtlinie, wie auch andere EU-Richtlinien, nur Mindestanforderungen für die EU-Länder vorgibt. Das bedeutet, dass Deutschland bei der Umsetzung in nationales Recht über diese Mindestanforderungen hinausgehen kann – und muss! Denn Tierschutz ist bei uns als Staatsziel im Grundgesetz verankert und hat bei den Menschen einen überaus hohen Stellenwert.“

Ständige weitere Verschlechterung des Entwurfs
Bereits der ursprüngliche Entwurf der EU-Kommission ließ erhebliche Tierschutzforderungen vermissen, z. B. die verpflichtende Veröffentlichung der Tierversuchsergebnisse, die rückwirkende Bewertung aller Tierexperimente sowie ein Verbot von Affenversuchen. Es folgten dann die komplette Streichung der ethischen Bewertung von Tierversuchen, die ein zentrales Anliegen für die Revision der Richtlinie war und vom Bundesverband als gravierender Rückschritt gesehen wird, sowie die Aufweichung des Einsatzes von Alternativverfahren. Letzteres bedeutet: Obwohl schon die derzeitige Richtlinie 86/609 sowie der Kommissionsentwurf vorsehen, dass Alternativmethoden zum Tierversuch bereits dann verpflichtend anzuwenden sind, sobald ihre wissenschaftliche Aussagefähigkeit nachgewiesen wurde, zielen die Kompromissverhandlungen darauf, Alternativen erst nach der behördlichen Anerkennung einzusetzen. Dies dauert aus bürokratischen und politischen Gründen aber durchschnittlich zehn Jahre.

Abstimmung des EU-Parlaments Februar/März 2010
Das EU-Parlament wird voraussichtlich im Februar oder März 2010 über den aktuellen Entwurf abstimmen. Über die Website des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte kann online ein Brief an die EU-Parlamentarier unterzeichnet werden, den Verbandsvertreter ausdrucken und vor der Abstimmung den deutschen Abgeordneten überreichen werden.

Mitmach-Aktion für alle EU-Bürger unter: www.tierrechte.de.

Antiquierte Hirnforschung an Affen in Magdeburg: Stopp gefordert

Am Magdeburger Leibniz-Institut finden Hirnversuche an Affen statt, die dem gleichen Schema folgen wie bereits in den 1970er Jahren. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche kritisiert in einer Stellungnahme diese Praktik als »außerordentlich quälerisch« und fordert deren Verbot.

Den Magdeburger Affen wird eine besonders große Vorrichtung dauerhaft auf dem Kopf verankert. Das helmartige Konstrukt besteht aus drei Bögen und wird mit sechs durch Haut und Muskel gedrillten Stahlschrauben am Schädelknochen fixiert. Außerdem wird auf dem Schädel ein Metallzylinder über einem zwei Zentimeter großen Bohrloch angebracht, durch den Elektroden in das Hirngewebe eingeführt werden. Für die eigentlichen Experimente wird der Kopf der Tiere mit Hilfe des Halteapparates unbeweglich an einem Gestell angeschraubt. Den Affen werden über einen Lautsprecher Tonfolgen vorgespielt, während mit den Elektroden die Nervenaktivitäten gemessen werden. Die Tiere werden durch Flüssigkeitsentzug zur Kooperation gezwungen. Nur wenn sie tun, was von ihnen verlangt wird, erhalten sie ein paar Tropfen Saft. Wenn sie etwas falsch machen, sowie außerhalb der Experimente, gibt es nichts zu trinken. Manche Affen in Magdeburg müssen diese Torturen mehr als zehn Jahre ertragen. Dies gehe laut Ärzte gegen Tierversuche aus Veröffentlichungen des Leibniz-Instituts hervor.

Die vollständige Stellungnahme der „Ärzte gegen Tierversuche“ und weitere Infos zum Thema „Tierversuche an Affen“ finden Sie auf der Homepage der Ärtzevereinigung.