ProVieh: EU-Kommission macht Ernst – Bedingungen in der Schweinehaltung müssen sich jetzt ändern!

Logo mit Schrift-buntDeutschland und den Bauern drohen Strafzahlungen in Millionenhöhe, sollten sie die Richtlinie 2008/120/EG zum Schutz der Schweine nicht bald einhalten. Die EU-Kommission gab dazu im März 2016 zwei Leitlinien heraus und fordert zügige Umsetzung.

In einer Presseerklärung von ProVieh, Deutschlands ältestem Fachverband für „Nutz“tiere, heißt es u. a. dazu:

„In Deutschland wird jungen Ferkeln in konventioneller Haltung der Ringelschwanz zur Vorbeugung gegen Schwanzbeißen abgeschnitten. So werden die Schweine auf unangemessene Haltungsbedingungen zurechtgestutzt. Dabei ist in der EU-Richtlinie vorgeschrieben, dass ihnen ständig angemessenes Material zur Beschäftigung zur Verfügung gestellt werden muss und mangelhafte Haltungsbedingungen zu korrigieren sind. Erst dann dürfte ausnahmsweise als letztes Mittel der Schwanz kupiert werden, um Kannibalismus zu verhindern.“

Welttierschutzgesellschaft und PROVIEH: gesetzliche Mindeststandards für Milchkühe

Tierschutzorganisationen fordern Haltungsverordnung für Milchkühe

"Kuh+Du" ist eine Kampagne der Welttierschutzgesellschaft
„Kuh+Du“ ist eine Kampagne der Welttierschutzgesellschaft

Die Tierschutzorganisationen Welttierschutzgesellschaft e.V. und PROVIEH VgtM e.V. fordern vom Gesetzgeber, die Haltung von Milchkühen in Deutschland gesetzlich zu regeln. Hierfür wurde von den Organisationen ein Entwurf für eine Haltungsverordnung erstellt, der neben konkreten Haltungsvorgaben auch tierbezogene Indikatoren und einen Sachkundenachweis für Landwirte beinhaltet. Geregelt werden sollen zum Beispiel der Weidegang und der Auslauf im Freien.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Welttierschutzgesellschaft. Dort hat man auch die Möglichkeit, eine Petition zu unterschreiben, um den Druck auf das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zu erhöhen.

Gegen Vollspaltenböden in der Schweinemast: Appell unterzeichnen!

Die Schweinefleisch-Industrie ist kurz davor, ihre tierquälerischen Vollspaltenböden EU-weit als »beste verfügbare Technik« anerkannt zu bekommen. Das würde die katastrophalen Zustände in der Schweinezucht und -mast zementieren.

In einem Newsletter der Albert Schweitzer Stiftung heißt es dazu:

Vollspaltenböden bedeuten, dass im gesamten Lebensbereich der Schweine Spalten im Boden eingelassen sind, durch die Kot und Urin in darunterliegende Auffangvorrichtungen abfließen. Die Tiere können daher in den meisten Ställen weder fressen noch ruhen, ohne permanent Schadgasen ausgesetzt zu sein, die u. a. zu Lungenentzündungen führen. Vollspaltenböden führen außerdem zu vermehrten Verletzungen und Gelenksentzündungen. Weil diese Böden durch Stroheinstreu verstopfen würden, ist es praktisch unmöglich, den Schweinen nennenswerte Mengen Stroh und damit zumindest ein bisschen Komfort und Beschäftigungsmöglichkeit zu geben.

Wenn Vollspaltenböden von der EU als beste verfügbare Technik anerkannt werden, wie es derzeit in einem Entwurf vorgesehen ist, dann trägt das zur Zementierung des katastrophalen Status quo in der Schweinezucht und -mast bei. Unsere Bundesministerien für Landwirtschaft und Umweltschutz müssen helfen, das zu verhindern, indem sie sich innerhalb der nächsten Wochen in den Verhandlungen gegen diesen Schritt einsetzen und bei der Abstimmung dagegen stimmen.

Tierschützer/innen können dem Appell der Albert Schweitzer Stiftung unter der Überschrift „Das Schlechteste nicht zum Besten erklären!“ Nachdruck verleihen, indem sie sich einer Briefaktion an Ministerin Hendricks und Minister Schmidt anschließen.

Hier kann man unterzeichnen. Es bleibt nicht mehr viel Zeit.

 

Pferdefleisch aus Rumänien – das zweite Pferdemassaker

Mit dem Beitritt Rumäniens zur EU im Jahr 2007 öffneten sich auch die Grenzen für den Fleischexport. Seitdem sind hunderttausende von Pferden aus Rumänien verschwunden – fast so viele wie in den 50erJahren des letzten Jahrhunderts, als die Kommunisten im Zuge der Mechanisierung der Landwirtschaft mehr als 500.000 Pferde umbrachten. Heute ist Rumänien eines der führenden Exportländer von Pferdefleisch.

Recherchen des Senders n-tv zufolge, so ist auf der Homepage der Welttierschutzgesellschaft zu lesen, stammt der Großteil der geschlachteten Tiere aus der Karpaten-Region. Häufig handelt es sich um ausgediente, kranke Tiere aus der Landwirtschaft, die von den Bauern für wenig Geld verkauft werden. Ein weiterer Teil der Pferde kommt direkt aus den Bergen, wo sie in freier Wildbahn leben, bis sie von skrupellosen Pferdefleischhändlern eingefangen werden.

Ähnlich fragwürdig, so heißt es in dem unbedingt lesenswerten Beitrag der Tierschutzorganisation weiter, wie die Herkunft der Pferde ist auch ihre Schlachtung sowie die spätere Deklaration des Fleisches. Besonders grausam sind die „organisierten“ illegalen Schlachtungen, die von dubiosen Mittelsmännern und Metzgern durchgeführt werden. Diese schlachten Pferde heimlich auf den Feldern und liefern direkt an die Fleischlieferanten. Vereinzelt wurden geheime Transporte aufgedeckt, bei denen bis zu 60 Tonnen Pferdefleisch als falsch deklariertes „Rinder-Hackfleisch“ weiterverkauft werden sollte – die Dunkelziffer ist vermutlich um ein Vielfaches größer.

Der vollständige Original-Beitrag kann hier nachgelesen werden.

Vorsicht: Käfig-Eier in Backwaren

In der Osterzeit steht das Ei als Lebensmittel im Fokus. Bemalte Eier, Osterzopf und Osterkranz sind bei den Verbrauchern jetzt beliebt. Die Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN kritisiert in einer Stellungnahme, dass verarbeitete Eier in Deutschland nach wie vor häufig aus der Käfighaltung stammen, ohne dass der Konsument darüber aufgeklärt wird. Eine Kennzeichnungspflicht für Produkte mit verarbeiteten Eiern besteht nicht – weder für fertig abgepackte Backwaren im Supermarkt, noch für frischen Kuchen oder Gebäck in der Bäckerei.

Damit Konsumenten die Möglichkeit haben, während ihres Einkaufs bewusst auf Käfigeier zu verzichten, kein Tierfreund aus Versehen Backwaren mit Käfigeiern kauft, veröffentlichte VIER PFOTEN zu Ostern eine Liste mit käfigeifreien Bäckereien.

2015-03-31 14_21_57-Bäckereien ohne Käfig-Ei Die Broschüre kann auf der Homepage der Tierschutzorganisation als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Essen wir die Welt kaputt?

Neu aufgelegt hat der Bundesverband Menschen für Tierrechte die Broschüre “Essen wir die Welt kaputt?”. Darin werden ausführlich und mit Quellenangaben die komplexen Zusammenhänge zwischen Ernährung, Klimaerwärmung, Umweltfolgen und globaler Ernährungskrise beschrieben. Eingegangen wird auch auf das Leid der “Nutztiere” in der industrialisierten Landwirtschaft und die Missstände bei Haltung, Zucht, Transport und Schlachtung. Weitere Themen sind Antibiotika-Resistenzen, Überfischung und Aquafarming bis hin zu den ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten, den Vorteilen der rein pflanzlichen Ernährung und praktischen Tipps, was jeder Einzelne tun kann.

Die Broschüre kann hier gelesen oder zum Preis von 0,15 EUR (plus Versandkosten) bestellt werden.

Zahlreich für Tierversuche genutzt: das Schaf

Menschen für Tierrechte: Schaf Tier des Monats Juli

Foto: Wikipedia

Mehr Schafe als Hunde und auch Katzen landeten gemäß jüngster Statistik der Bundesregierung 2008 in Tierversuchen. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte zeigt mit dem Schaf als Tier des Monats dessen Einsatz in Experimenten auf und stellt Informatives über Herkunft, Verhalten und natürliche Lebensweise heraus.

2008 wurden 4.810 Schafe in Experimenten eingesetzt. Ihre Anzahl ist in den letzten Jahren gestiegen und liegt deutlich über der Zahl tierexperimentell genutzter Hunde (4.450) und Katzen (803). Gut 2.100 Schafe wurden in der Grundlagenforschung zur Untersuchung von Human- und Tierkrankheiten benutzt. Ebenso viele Schafe mussten für die Herstellung und Qualitätskontrolle von Prothesen und Implantaten, die in der Human- oder Zahnmedizin verwendet werden, ihr Leben lassen. Dazu gehören z. B. die Entwicklung und Überprüfung von Herzklappen-, Gefäßprothesen oder Zahnimplantaten. Viele der Versuche werden als hochgradig belastend für das Tier eingestuft.

Anerkennung von Ersatzverfahren dauert zu lange
„Gerade für die Zulassung von Implantaten und Prothesen sind Langzeituntersuchungen an Schafen oder Kälbern gesetzlich vorgeschrieben, obwohl es bereits einige tierversuchsfreie Methoden gibt. Beispielsweise kann für biologische Herzklappen ein komplexes In-Vitro-Verfahren einen fünf Jahre dauernden Langzeitversuch mit Schafen auf nur 48 Tage reduzieren“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. „Die Aufnahme von Ersatzverfahren in die Prüfvorschriften dauert aber oft bis zu zehn Jahren. Wenn in dieser Zeit Tausende von Schafen nur aus bürokratischer Trägheit leiden und sterben müssen, so ist das nicht zu tolerieren. Deshalb kämpfen wir dafür, dass Ersatzverfahren bereits bei wissenschaftlicher und nicht erst nach behördlicher Anerkennung verbindlich anzuwenden sind.“

Mit der monatlichen Vorstellung einer Tierart, die in Tierversuchen eingesetzt wird, möchte der Bundesverband Menschen für Tierrechte die natürliche Lebensweise der Tiere bekannter machen, ihre Verwendung in Experimenten aus der Anonymität holen und die Forderung nach Ersatzmethoden verstärken.

Ausführliche Informationen: www.tier-des-monats.tierrechte.de