Europaweite Umfrage zu Tierversuchen

Deutsche tierfreundlicher als EU-Durchschnitt

Foto: Ärzte gegen Tierversuche

Einer aktuellen EU-Umfrage zufolge lehnt eine Mehrheit der Deutschen Tierversuche an Hunden und Affen ab, selbst wenn diese zur Bekämpfung menschlicher Krankheiten beitragen können. Bei Experimenten an Mäusen spricht sich jedoch nur ein Viertel der Befragten dagegen aus. Im EU-Vergleich zählt Deutschland damit eher zu den Tierversuchskritikern. Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche kritisiert die manipulative Fragestellung, die dem Tierversuch einen Nutzen für die Humanmedizin unterstellt.

Eurobarometer der EU-Kommission
Im Rahmen des aktuellen Eurobarometers der EU-Kommission wurden insgesamt 26.671 Personen in den 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie in Kroatien, Island, Norwegen, der Schweiz und der Türkei zu ihrem Wissenschaftsverständnis befragt. Unter anderem wurde die Einstellung zu Tierversuchen untersucht. Demnach sind 37 Prozent der EU-Bürger gegen Tierversuche an Hunden und Affen, wenn diese der Bekämpfung menschlicher Krankheiten dienen, aber nur 18 Prozent, wenn es sich um Mäuse handelt.

Ablehnung von Tierversuchen in Deutschland weit verbreitet
Deutschland liegt mit der Kritik an Tierversuchen weit vorn. Hier sprechen sich 43 Prozent, bzw. 23 Prozent der Menschen gegen Tierversuche an Hunden und Affen, bzw. an Mäusen aus. Nur Malta (44, 20), Österreich (45, 29), Schweiz (50, 30), Frankreich (51, 20), Slowenien (51, 24), Finnland (51, 24) und Luxemburg (51, 32) sind noch tierfreundlicher eingestellt.

Bei der Befürwortung von Tierversuchen liegen die Deutschen unter dem EU-Durchschnitt: Nur 37 Prozent der Deutschen halten Versuche an Hunden und Affen für gerechtfertigt. Versuchen an Mäusen stimmen 61 Prozent zu. Im EU-Durchschnitt sind es 44 bzw. 66 Prozent. Am wenigsten Probleme, Hunde und Affen für Forschungszwecke zu verwenden, haben Spanier (65), Bulgaren (62) und Litauer (59). Die höchste Zustimmung bei Tierversuche an Mäusen gibt es in Estland (81), Dänemark und Litauen (je 78).

Fragestellung suggiert Nutzen für Kranke
Die bundesweit tätige Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche kritisiert, dass die Fragestellung einen Nutzen für kranke Menschen suggerieren würde. »Tatsächlich kommen Tierversuche aber keineswegs der menschlichen Gesundheit zu Gute, sondern behindern wegen irreführender Ergebnisse die Medizin«, erläutert Dr. med. vet. Corina Gericke, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ärzte gegen Tierversuche. »Umso erfreulicher ist es, dass trotz dieser manipulativen Fragestellung sich so viele Menschen gegen Tierversuche aussprechen«.

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