Landschaftsschutzgebiet statt Ziegenelend

Firma Petri (Petrella-Käse) will Großanlage bauen

Foto: Wikipedia

Im niedersächsischen Holzminden wird der Kreistag heute (28.06.) über die Aufhebung des Landschaftsschutzgebietes auf der Domäne Heidbrink entscheiden. Solange das Gelände den Status eines Schutzgebietes hat, können die umstrittenen Pläne, dort eine Großanlage für Ziegen zu errichten, nicht umgesetzt werden. Der Deutsche Tierschutzbund fordert die Abgeordneten auf, für den Erhalt des Schutzgebietes zu stimmen. Damit können sie dem Bau der Anlage eine eindeutige Absage erteilen. Seit Bekanntwerden der Pläne der Firma Petri (Petrella-Käse) kämpft der Verband gemeinsam mit seinem Landesverband Niedersachsen und dem örtlichen Tierschutzverein gegen das Großprojekt und das damit verbundene Ziegenelend.

Protest gegen industrielle Ziegenhaltung
Der Deutsche Tierschutzbund warnt eindringlich davor, im jetzigen Landschaftsschutzgebiet eine geplante Großanlage zur Haltung von Ziegen zu realisieren. „Solche industriellen, ganzjährigen Stallhaltungen von Ziegen ohne Weidegang sind nicht artgerecht und verstoßen darüber hinaus gegen EU-Vorgaben zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen“, kritisiert Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. Nach dem umstrittenen Verkauf der Landesdomäne Heidbrink (Landkreis Holzminden) an die Firma Petri waren im Sommer letzten Jahres erste konkrete Planungen für die größte Ziegenfabrik Europas bekannt geworden. Damit würde erstmals in Deutschland – neben der Massenhaltung von Schweinen, Rindern und Geflügel – eine industrielle Ziegenhaltung realisiert. Bisher werden Ziegen meist in kleinen bäuerlichen Betrieben gehalten, deren Existenz durch eine Massenhaltung massiv gefährdet wäre.

7500 Milchziegen in drei Großställen geplant
Auf der Domäne Heidbrink sollen künftig in drei Großställen insgesamt über 7.500 Milchziegen gehalten werden. Hinzu kommen nach Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes jährlich mindestens 7.500 Lämmer. Für die männlichen Jungtiere gibt es in Deutschland keinen Absatzmarkt. Deshalb könnte es – wie in den Niederlanden- dazu kommen, dass die Böckchen in tagelangen Fahrten nach Südeuropa transportiert werden um dort geschlachtet oder geschächtet zu werden. Ein weiterer Grund gegen die Ziegenanlage ist, dass es bei Ausbruch einer Seuche gleich zur Keulung des gesamten Bestandes mit Tausenden von Tieren kommen kann.

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