Vier Pfoten und ZDF/Wiso decken auf: Katastrophale Zustände auf Hühnerfarm

Der Geflügelhof Schukraft in Gemmingen präsentiert sich als Bauernhof-Idylle mit Hofladen und Café. Doch hinter den Kulissen leiden Tausende Legehennen in verdreckten Käfigen zwischen ihren verwesenden Artgenossen. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN fordert die Schließung des Betriebs.

Hühnerfarm ehemals Pilotprojekt der Käfiglobby
Die Hühnerfarm war vor einigen Jahren ein Pilotprojekt der Käfiglobby. Damals galt es, der Politik das neue Käfigsystem „Kleingruppe“ als tiergerechte Haltungsform zu verkaufen. Die Realität sieht anders aus: In den Käfigen herrschen Hygienechaos und Tierquälerei. Hunderte Kadaver verwesen zwischen lebenden Hühnern, verfaulte Eier und abgerissene Hühnerbeine liegen am Boden. Dies beweist ein Undercover-Video, das an mehreren Tagen letzte Woche in den Hühnerbatterien der Firma Schukraft aufgenommen wurde

Überwachung der Tiergesundheit unmöglich
Neben der Kleingruppenhaltung betreibt Schukraft noch eine alte Legebatterie: Bis zu 17 Tiere drängen sich in einem Käfig, am Boden liegen tote, verweste Hühner. Die Käfige sind verdreckt, verfaulte und zerschlagene Eier bedecken Teile der Batterie. Die Hühner werden auf vier Etagen gestapelt, eine Überwachung der Tiergesundheit ist so unmöglich. Die Haltung ist aus Sicht von VIER PFOTEN illegal, die so genannten ausgestalteten Käfige sind nicht richtig ausgestaltet, das wichtige Sandbad und der Scharrraum fehlen. Der Bau dieser Käfigbatterien ist in Deutschland seit Jahren verboten.

Ähnliche Zustände in der „modernen“ Kleingruppenhaltung des Betriebs: Geschundene, halbnackte Hühner mit abgebrannten Schnäbeln stehen neben Kadavern und völlig mit Kot bedeckten “Einlegematten”, die eine “natürliche Bereicherung” für die Tiere sein sollten.

Die kleine Alibi-Bodenhaltung in einer Ecke der Farm kann das Gesamtbild kaum verbessern. Auch hier verwesen Hühnerkadaver.

Gesundheit gefährdet

Die katastrophalen Zustände in den Hühnerkäfigen von Schukraft gefährden die Gesundheit der Verbraucher; Kot, Kadaver und verfaulte Eier stellen ein hohes Infektionsrisiko dar. Etwa 25.000 Eier verlassen täglich den Betrieb, beliefert werden Kunden wie die Supermarktkette Edeka, die Autobahnraststätte Autorast 24 und viele andere.

VIER PFOTEN hat Anzeige wegen Tierquälerei erstattet und fordert die Behörden auf, den Betrieb Schukraft sofort zu schließen. Das Veterinäramt hatte bereits in den vergangen Wochen massive Missstände wie überfüllte Käfige und illegale Legehennenhaltung in alten Minikäfigen festgestellt. „Bei einem weniger grausamen Fall in Bayern wurden die Behörden tätig und haben zwei Betriebe geschlossen“, sagt Marcus Müller von VIER PFOTEN.  „Aufgrund der massiven Beweislast gegen Schukraft wäre das auch hier die vernünftige Konsequenz.“

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