Menschen für Tierrechte: Schwein Versuchstier des Jahres

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat heute das Schwein zum Versuchstier des Jahres 2010 ernannt. Der Verband möchte damit Experimente mit Schweinen aus der Anonymität des Labors holen, alternative Forschungsverfahren darstellen sowie die Forderung nach tierversuchsfreier Forschung verstärken.

13102 Schweine im Tierversuch
2008 wurden laut Bundeslandwirtschaftsministerium 13 102 Schweine in Tierversuchen eingesetzt, darunter über 2 500 Tiere in der Grundlagenforschung, fast 6 000 in der Erforschung und Entwicklung von Medizinprodukten und über 2 000 Schweine in der Aus- und Weiterbildung. Weitere Tiere landeten u. a. in Giftigkeitstests von Substanzen oder wurden für Organ- und Gewebeentnahmen getötet.

Missbrauch leidensfähiger Tiere
„Schweine sind empfindsame, leidensfähige und intelligente Tiere“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes. „Sie in Tierversuchen zu missbrauchen, ist nicht nur unethisch, sondern auch aus methodischen und medizinischen Gründen abzulehnen. Tierversuchsfreie Methoden zeigen sich enorm leistungsstark, doch dieser Forschungszweig muss dringend stärker durch umfassende Maßnahmen gefördert werden.“

In der Grundlagenforschung werden Versuche mit Schweinen z. B. in der Herz-Kreislauf-Forschung und Magen-Darm-Forschung gemacht. Im Bereich Magen-Darm-Forschung sind mittlerweile einige Ersatzverfahren zum Tierversuch entwickelt worden, von Zell- und Gewebemodellen bis zu hoch spezialisierten Computer-Programmen. In der Herz-Kreislauf-Forschung gehören Schweine noch immer zu den am meisten eingesetzten Tieren, obwohl sie wegen ihres im Vergleich zum Menschen zu unterschiedlichen Blutgerinnungssystems wenig geeignet sind, um verlässliche Aussagen für den Menschen zu treffen.

Seit 2003 „Versuchstiere des Jahres“
Seit 2003 ernennt der Bundesverband Menschen für Tierrechte in Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedsvereinen das „Versuchstier des Jahres“. Damit sollen Tierversuche an einer bestimmten Tierart öffentlich gemacht und die Situation der tierversuchsfreien Forschung aufgezeigt werden. Die diesjährige Wahl der Jury fiel auf den Vorschlag des Vereins ProTierrechte – Tierversuchsgegner Hochrhein.

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