Taubenmarkt in Wasserburg – noch immer keine Besserung für den Tierschutz

Schon in den Jahren 1999 und 2000 kritisierte der Deutsche Tierschutzbund Missstände auf dem Taubenmarkt in Wasserburg (am Inn). 10 Jahre später und nach Veröffentlichung von bundesweit gültigen Leitlinien zur Durchführung von Tierbörsen unter Tierschutzaspekten ist erneut dokumentiert: weiterhin tierschutzwidrige Umstände auf dem Traditionsmarkt. Der Verband fordert das zuständige Veterinäramt auf, die Missstände zu ahnden und auf der Einhaltung der Tierbörsen-Leitlinien zu bestehen.

Tierbörsen-Leitlinien unwirksam

„Erneut stellen wir fest, dass die Tierbörsen-Leitlinien in der Praxis unwirksam sind. Das für den Vollzug zuständige Veterinäramt hat offensichtlich Probleme, deren Einhaltung durchzusetzen“, erklärt die Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, Brigitte Rusche.

Zahlreiche Verstöße gegen tierschutzgerechte Unterbringung und Versorgung

Ein Mitarbeiter des Deutschen Tierschutzbundes besuchte am 07.02.2010 den diesjährigen Taubenmarkt in Wasserburg. Ergebnis: Zahlreiche Verstöße gegen die tierschutzgerechte Unterbringung und Versorgung der Tiere sowie die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) veröffentlichten Tier-Börsenleitlinien. So waren an mehreren Ständen die Käfige ohne entsprechenden Schutz gegen Zugluft bzw. Kälte aufgestellt. Eine Unterbringung von mehr als zwei Tieren bei zu geringem Platzangebot war insbesondere bei Tauben und Geflügel gang und gäbe. Angebotene Kaninchen hatten teilweise weder Einstreu noch Heu oder Wasser zur Verfügung. Tauben wurden in Käfigen mit Gitterbodenrosten (Verletzungsgefahr!) bzw. ohne Einstreu oder Wasser ausgestellt.

Besucher „lagern“ gekaufte Tiere bei Eiseskälte im Freien

Höchst bedenklich ist zudem die Tatsache, dass Besucher ihre gekauften Tiere über Stunden bei Eiseskälte im Freien in tierschutzwidrigen Behältnissen „lagern“ und diese dann im Gepäckraum ihres Reisebusses verstauen. Hier ist der Kleintierzuchtverein Wasserburg als Veranstalter in der Pflicht, derartige Praktiken zu unterbinden, so der Verband.

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