Schweine müssen für Lawinenexperimente sterben

Im Skigebiet in Vent im Tiroler Ötztal werden 29 Schweine für ein Lawinenexperiment der Universitätsklinik für Anästhesie Innsbruck bei lebendigem Leib begraben. Damit soll die Verschüttung durch Lawinen simuliert werden. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche kritisiert diesen Tierversuch als »besonders grausam« und fordert dessen sofortigen Stopp.

Todesqualen unter dem Deckmantel der Medizin
»Die Ergebnisse aus Tierversuchen helfen auch bei Lawinenkatastrophen nicht, Menschenleben zu retten«, kritisiert Diplombiologin Silke Bitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ärzte gegen Tierversuche. »Mensch und Schwein unterscheiden sich in Physiologie und Körperbau so stark, dass die Tierexperimente keine relevanten Ergebnisse für den Menschen liefern. Es ist nicht akzeptabel, dass den Tieren unter dem Deckmantel der Medizin solche Todesqualen angetan werden«, so Bitz weiter.

Über einen Zeitraum von zwei Wochen sollen 29 Schweine nach und nach vergraben werden. Der Tierversuch läuft bereits seit Dienstag dieser Woche. Die Tiere werden narkotisiert, an Messgeräte angeschlossen und schließlich im Schnee verschüttet. Manche Schweine werden bis zum Kopf eingegraben und sterben einen Erfrierungstod. Die Qual der Tiere kann sich über viele Stunden erstrecken. Nach dem Tod werden Gewebeproben genommen und die Daten ausgewertet, wovon sich die Wissenschaftler Aufschluss für die Medizin erhoffen.

Medizinisch irrelevante Forscherideen
»Schweine sind hochsensible Lebewesen, die für abstruse, medizinisch völlig irrelevante Forscherideen ihr Leben lassen müssen«, moniert Bitz. Nach Ansicht der Ärzte gegen Tierversuche ist es unverständlich, dass solche Versuche von den Genehmigungsbehörden grünes Licht erhalten. Der Verein fordert den sofortigen Stopp der Versuche und stattdessen eine Forschung gänzlich ohne Tiere. Nur so können für den Menschen wirklich relevante Ergebnisse gewonnen werden.

Die Rettung von Lawinenopfern ist nach Ansicht der Ärztevereinigung zudem am besten gewährleistet, wenn entsprechend geschultes Personal zur Verfügung steht, das auf Katastrophen und die klinische Situation von menschlichen Lawinenopfern eingestellt ist.

Weitere Information hier.

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