Tiere für Antifaltenspritze zu Tode gequält

Undercover-Aufnahmen zeigen erstmals das Leid der Botox-Mäuse

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Foto: BUAV
Heimlich in einem britischen Tierversuchslabor gemachte Filmaufnahmen bringen erstmals ans Licht der Öffentlichkeit, wie Mäuse für Botox-Produkte zu Tode gequält werden. In Deutschland führt das Hamburger Labor für Pharmakologie und Toxikologie LPT im Auftrag der Firma Merz gleichartige Tierversuche durch. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche fordert den Einsatz tierversuchsfreier Testmethoden anstelle des Mäusetests.

Die britische Tierversuchsgegnerorganisation BUAV führte im Tierversuchslabor Wickham Laboratories, Hampshire, eine Undercover-Recherche durch. Die zwischen Februar und Oktober 2009 heimlich gemachten Aufnahmen dokumentieren, wie Mäuse sich im Todeskampf winden. Den Tieren wurde das Botulinumtoxin Dysport® in die Bauchhöhle injiziert. Das Präparat ist für die Behandlung verschiedener Nerven- und Muskelkrankheiten zugelassen, wird aber großenteils „off-label“ für die Gesichtsfaltenglättung verwendet.

Erstickungstod für jährlich 300.000 Mäuse
Jede Produktionseinheit des als „Botox“ bekannten Nervengifts Botulinumtoxin wird an Mäusen getestet. „Rund 74.000 Mäuse müssen pro Jahr in dem britischen Labor für die Antifaltenspritze leiden und sterben“, weiß Dr. med. vet. Corina Gericke, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Ärzte gegen Tierversuche. „In Deutschland waren es im letzten Jahr 34.000 Mäuse. Tendenz steigend.“ Im Hamburger Labor LPT wird das Botulinumtoxinprodukt Xeomin® der Frankfurter Firma Merz an Tieren getestet. „Weltweit müssen mindestens 300.000 Mäuse jedes Jahr für Botox-Produkte einen qualvollen Erstickungstod erleiden“, so die Tierärztin weiter.

Die verdeckt gemachten Aufnahmen zeigen Mäuse mit Lähmungen und Atemnot. Anderen Mäusen wird mit einem Kugelschreiber das Genick gebrochen oder sie werden vergast.

Tierversuchsfreie Testmethoden werden nicht eingesetzt
Tierversuchsfreie Testmethoden, wie das molekularbiologische Verfahren Snap-25, wurden bereits vor Jahren entwickelt, werden aber nicht eingesetzt. „Skandalös“, sagt Tierärztin Gericke, „die Bundesregierung überlässt es den Herstellerfirmen, ob und wann sie tierversuchsfreie Tests entwickeln und einsetzen“.

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