Neuer Bio-Hühnerhof Hennenberg in Hattingen ohne Betriebsgenehmigung

Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Betreiber eingeleitet

Der neue Bio-Hühnerstall in Hattingen ist fertig gebaut. Mit 36.000 Hennen hat er fast doppelt so viele Tiere wie Nordrhein-Westfalens bisher größter Bio-Hühnerstall, der „Bio-Hühnerpark Hennenberg“ in Velbert. Die 36.000 Hennen im Hattinger Stall sind bereits eingestallt – obwohl die Betreiber Dirk Börter-Gerwin und Richard Hennenberg noch keine Betriebsgenehmigung für die Anlage haben. Wie Ingo Niemann, Pressesprecher des Ennepe-Ruhr Kreises, gegenüber der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. bestätigte, hat der Kreis Ennepe-Ruhr die illegale Einstallung der Hühner festgestellt und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. PETA kritisiert, dass Hennenberg erneut gegen die regulären Genehmigungsverfahren verstößt. Zudem sei es fraglich, ob angesichts der Lage der Farm überhaupt eine vorschriftsgemäße Errichtung der Auslauffläche möglich wäre.

Hühnerpark Hennenberg in Velbert (Foto: PETA)
Hühnerpark Hennenberg in Velbert (Foto: PETA)
„Ein Bio-Huhn braucht 4 qm Auslauf, das macht bei 36.000 Hennen immerhin 144.000 qm. Um diese ordnungsgemäße Auslauffläche zu errichten, müsste Börter-Gerwin den angrenzenden Wald nutzen und mindestens einen öffentlichen Weg sperren“, berechnet Stefan Bröckling von PETA Deutschland e. V. Die Tierrechtsorganisation wird den Bio-Hühnerstall in Hattingen weiter beobachten und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten. Denn Mitbetreiber Hennenberg hat mit seinem „Bio-Hühnerpark Velbert“ bereits mehrfach für negative Schlagzeilen gesorgt. Von PETA recherchierte Fakten und Videoaufnahmen belegen gravierende Mängel bzw. Missstände im „Bio-Hühnerpark“: bis zum Anschlag gefüllte Mülleimer mit toten Hühnern, nicht genutzte oder nicht vorhandene Auslaufflächen und ein Kontrollsystem, das den Namen nicht verdient. Die Vermarktung von Hennenbergs Eiern unter dem Bio-Label oder als Freilaufeier steht unter massiver Kritik. PETA erstattete im Juli und August 2009 Strafanzeigen. „Wie viele Rechtsbrüche gestatten die NRW-Behörden diesen Leuten noch, bevor ihnen endlich das Handwerk gelegt wird?“, fragt Tierschützer Bröckling.

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