Rothenburger Oberbürgermeister will Pferdekutschen-Verbot

Foto: PETA
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Am Montag verunglückte erneut ein sog. „Kutschenpferd“ in Rothenburg ob der Tauber. Der 11-jährige „Presto“ stolperte auf dem Kopfsteinpflaster, während er eine mit 13 Personen besetzte Kutsche zog. Er verletzte sich am Bein und starb später, bei einem erneuten Sturz, in der Aufregung an Herzversagen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. fordert seit einem ähnlichen Unfall in 2005 ein generelles Verbot von Pferdekutschen in Rothenburg.

PETA wandte sich nun diesbezüglich erneut an Rothenburgs Oberbürgermeister Walter Hartl. Nun könnte das Verbot bald Wirklichkeit werden: Auf Initiative von Hartl sollen Droschken ab dem 1. Januar keine Stellflächen mehr vermietet werden. Als „Negativwerbung“ bezeichnete der OB die Kutschunfälle. PETA hofft, dass der Stadtrat Hartls Forderung bei der nächsten Tagung Ende September umsetzt, um weitere Unfälle in Zukunft zu vermeiden.

Pferdekutsch-Fahrten tierquälerische „Tradition“

Laut Dr. Tanja Breining, Kampagnenleiterin bei PETA, seien Pferdekutsch-Fahrten eine gefährliche und tierquälerische „Tradition“. Jedes Jahr käme es zu zahlreichen Unfällen, Menschen und Pferde würden zum Teil schwer verletzt oder sterben. „Rothenburgs Oberbürgermeister ist ein Vorbild für ganz Deutschland“, sagt die Biologin. PETA drängt nun auch Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, ein solches Verbot umgehend in die Wege zu leiten. „In Weltstädten wie London, Toronto und Peking gibt es auch keine Pferdekutschen – zum Wohle der Menschen und der Tiere.“

Unnatürliche Lebensweise für „Kutschen-Pferde“

Pferden, die Kutschen ziehen, würde jede natürliche Lebensweise abgesprochen, heißt es in der PETA-Pressemitteilung weiter. „Unter schlimmsten Wetterbedingungen ziehen sie ein schweres Gewicht, laufen auf hartem Betonboden und inhalieren Abgase und Rauch. Einige Pferde brechen zusammen oder erleiden Herzinfarkte,  so stark werden sie täglich belastet, teilweise fahren sie im stärksten Straßenverkehr“, berichtet Dr. Breining. Hinter der äußerlichen Schein-Romantik einer Kutschfahrt  verberge sich eine grausame, tierquälerische Industrie. „Die einzig humane Lösung ist daher ein dauerhaftes Verbot von Kutschfahrten.“

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