Film über die Geschichte der Schimpansenforscherin
Vorige Woche fand in Berlin die deutsche Filmpremiere von „Jane’s Journey – Die Lebensreise der Jane Goodall“ statt. Die Dokumentation zeigt die Geschichte der weltberühmten Schimpansenforscherin, Naturschützerin und UN-Friedensbotschafterin. Der Deutsche Tierschutzbund ist Partner des Films.
Vor über 20 Jahren gab die heute 76-jährige ihre Karriere als Schimpansenforscherin auf und ist seitdem mehr als 300 Tage im Jahr im Dienst der Rettung der Erde rund um den Globus unterwegs. Für den Film begleitete Regisseur Lorenz Knauer Jane Goodall zwei Jahre auf ihren Reisen. Gleich zu Beginn des Films geht die Reise in den „Gombe National Park“ in Tansania, wo sie vor 50 Jahren ihre Forschungsarbeit über das Verhalten der Schimpansen begonnen hatte.
Jane Goodall hat den Menschen auf vielfältige Weisen vor Augen geführt, dass Affen denkende, fühlende, aber auch leidende Wesen sind. Sie hat ihre einzigartige Lebensweise dokumentiert, sich mit ihnen unterhalten und den Ruf der Schimpansen bis in die Hörsäle und Fernsehstationen der sogenannten zivilisierten Welt getragen. Ihre Botschaft lautet, dass diese Tiere und ihre Lebensräume unbedingt geschützt und vor der Vernichtung bewahrt werden müssen.
Bundesverband Menschen für Tierrechte bestimmt Kaninchen zum „Tier des Monats“

Draize-Test: dem Kaninchen werden Chemikalien in die Augen geträufelt. (Foto: Ärzte gegen Tierversuche)
Kaninchen sind beliebte Heimtiere, werden aber häufig im Tierversuch eingesetzt. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte zeigt mit dem Kaninchen als Tier des Monats August auf, wie dessen natürliches Leben aussieht, welche Tierversuche mit ihm gemacht werden und wie es um die tierversuchsfreie Forschung steht.
Behördliche Anerkennung tierversuchsfreier Methoden dauert zu lange
„Seit Kurzem sind endlich zwei tierversuchsfreie Methoden behördlich anerkannt, allerdings haben die Behörden dafür sechs bis sieben Jahre gebraucht. Es ist ein Skandal, dass von der wissenschaftlichen bis zur behördlichen Anerkennung immer so viel Zeit vergeudet wird. Das muss schleunigst geändert werden“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.
Die Methoden betreffen den sogenannten Pyrogentest zur Ermittlung fieberauslösender Wirkungen von z. B. Medikamenten. Das Ersatzverfahren mit menschlichem Blut (Monozyten-Aktivierungstest) wird im Oktober 2010 verpflichtend und EU-weit das Leiden von ca. 200.000 Kaninchen pro Jahr beenden. Weiterhin ist zum Hautreizungstest im Juli ein Ersatzverfahren mit menschlichen Zellen in die Prüfvorschriften der OECD aufgenommen worden, das damit weltweit als verpflichtend gilt.
2008 fast 100.000 Kaninchen im Tierversuch
98.607 Kaninchen landeten laut Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums 2008 im Labor. Gut 70 Prozent der Kaninchen wurden für Herstellung, Gewinnung, Aufbewahrung oder Vermehrung von Stoffen, Produkten oder Organismen benutzt.
Hier spielt eine große Rolle: die Erzeugung von Antikörpern. Sie werden in Kaninchen produziert, durch Entblutung mit Tötung gewonnen und den Impfstoffen für Menschen zugesetzt. In der Grundlagenforschung mussten ca. 8.000 Kaninchen für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen des Menschen leiden und sterben. Zur Überprüfung von Chemikalien und Arzneimitteln wurden ca. 4.500 Kaninchen verbraucht.
Draize-Test für Prüfung von Chemikalien Vorschrift
Hierzu gehört der bekannte Draize-Test am Kaninchenauge. Dieser ist zwar seit März 2009 für Kosmetik-Rohstoffe verboten, jedoch für die Prüfung von Chemikalien immer noch Vorschrift. Ebenso verhält es sich mit den embryonenschädigenden Versuchen, die ab 2013 im Bereich Kosmetik verboten sind, aber den Großteil der Tests im Rahmen der neuen EU-Chemikalienverordnung REACH ausmachen werden. Simons: „Hier fordern wir mit Nachdruck die umgehende Anwendung praxisreifer Verfahren, die zu etlichen Fragestellungen vorhanden sind.“
Weitere Informationen finden sich hier.
WWF und LAVA enthüllten die größten Origami-Tiger der Welt
Im Rahmen der weltweiten Tiger-Kampagne der Umweltschutzorganisation WWF machen zwei Riesen-Origami-Tiger des Architekturbüros LAVA (Watercube Peking, Mercedes-Museum Stuttgart, Masdar City) für drei Wochen Station in Berlin. Die sieben Meter langen und zweieinhalb Meter hohen Skulpturen wurden am 10. August von Stefan Ziegler (WWF) und Tobias Wallisser (LAVA) auf dem Washington Platz am Hauptbahnhof enthüllt. Pulsierende LED-Dioden bringen die größten Origami-Tiger der Welt zum „atmen“. Designer des Architektenbüros LAVA haben die Skulpturen zum chinesischen „Jahr des Tigers“ entworfen, um ihr persönliches Engagement für deren Schutz auszudrücken. Nach WWF-Angaben gibt es derzeit nur noch 3.200 Tiger in der Wildnis.
„Wenn wir jetzt nicht handeln, droht der Tiger auszusterben“, warnt Stefan Ziegler, WWF-Artenschutzreferent. Mit den Großkatzen gelten auch zahlreiche weitere Arten und ganze Tiger-Ökosysteme, vom tropischen Regenwald Sumatras bis zu den im Winter schneebedeckten Weiten Russlands, als bedroht.
Fotos der Origami-Tiger können übrigens auf Flickr angesehen werden.
NABU-Greifvogel-Camp 2010 auf Malta
Die Insel Malta liegt auf halber Strecke zwischen Europa und Afrika. Millionen Zugvögel nutzen sie jeden Herbst als Rastplatz auf Ihrer Reise ins Winterquartier. Doch dort warten Abertausende Jäger und Fallensteller nur darauf, die Vögel mit brutalen Methoden zu jagen.
Für die maltesischen Jäger ist der massenhafte Vogelabschuss ein „Sport“! Mit großer Freude schießen sie auf die wehrlosen Zugvögel – und lassen sie häufig einfach liegen. Sie jagen nicht, um zu essen oder ein ökologisches Gleichgewicht herzustellen, sondern rein aus der Freude am Töten. Diesen Herbst ist nun die Jagd auf 32 mitunter hochgefährdete Vogelarten erlaubt! Dann sind besonders Greifvögel in Gefahr. Sie ziehen zu Tausenden über Malta und sind leichte Ziele für die schießwütigen Jäger.
Lesen Sie hier, wie Sie helfen können, damit dieses schreckliche Treiben ein Ende findet.
Mehrtägige Schmerzmittelgabe nach chirurgischen Eingriffen ist für menschliche Patienten selbstverständlich. Dagegen werden Kaninchen, Schweinen, Schafen, Hunden und Affen im Versuchslabor schmerzlindernde Maßnahmen oft verweigert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie britischer Wissenschaftler, wie die Vereinigung „Ärzte gegen Tierversuche“ berichtet.
Tierversuche werden oft damit gerechtfertigt, dass die Tiere nicht leiden würden. Eine Arbeitsgruppe der Universität Newcastle upon Tyne ging der Frage nach, inwieweit Kaninchen, Schweinen, Schafen, Hunden und Affen nach experimentellen Operationen tatsächlich Schmerzmittel verabreicht werden. Sie wertete dazu 74 Publikationen aus den Jahren 2000 und 2001 sowie 75 Arbeiten zwischen 2005 und 2006 aus. Dass nur 20 Prozent der Nagetiere nach chirurgischen Eingriffen eine Schmerzlinderung erhalten, ergab eine noch unveröffentlichte Studie des gleichen Autorenteams. Dass aber auch bei größeren Tieren und sogar Hunden und Affen oft darauf verzichtet wird, erstaunt die britischen Wissenschaftler.
Hier geht es zum vollständigen Beitrag.
Auszug aus einer Stellungnahme des Deutschen Tierschutzbunds:
Die Tierheime leisten Tag für Tag praktische Tierschutzarbeit, zum großen Teil ehrenamtlich, damit Tiere eine Chance auf ein besseres Leben bekommen. Tierheime sind Tierschutzeinrichtungen – sie verstehen sich nicht als ausführende Organe der Behörden, obwohl sie für die Kommunen wichtige Pflichtaufgaben übernehmen wie die Aufnahme von Fundtieren und beschlagnahmten Tieren. Wir erwarten für die Aufgaben, die wir im Auftrag der Kommunen übernehmen, eine kostendeckende Erstattung. Eine breit angelegte Umfrage hat nun ergeben, dass die Kommunen durchschnittlich 25 Prozent der im Tierheim anfallenden Kosten übernehmen, aber knapp 80 Prozent der Leistungen abrufen.
Die Tierheime sind dadurch in ihrer Existenz akut gefährdet: Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise, aber auch der Sozialgesetzgebung schlagen sich im praktischen Tierschutz negativ nieder. Die Gesetzgebung belastet zusätzlich, so z.B. die Hundeverordnungen der Länder, durch die insbesondere große Hunde und bestimmte Rassen im Tierheim landen und nur schwer vermittelbar sind.
Auf der einen Seite gehen Spenden und Sponsoring weiter zurück, auf der anderen Seite werden immer mehr Tiere aus finanziellen Gründen abgegeben. Die Tiere bleiben immer länger in den Tierheimen und die Kosten steigen dadurch dramatisch. Auch dort, wo Behörden und Veterinärämter nicht konsequent durchgreifen, müssen die Tierheime einspringen.
Hier geht es zum vollständigen Beitrag.
Auch in diesem Sommer wird es ihn wieder geben, den Tierbefreiungskongress. Eine neue Vorbereitungsgruppe hat sich gefunden, und die Planungen sind angelaufen. Der diesjährige Tierbefreiungskongress findet von Sonntag, dem 08. bis Freitag, dem 13. August 2010 statt. Der Veranstaltungsort ist wie im letzten Jahr die Burg Lohra in Thüringen (auf halber Strecke zwischen Halle und Göttingen).
Unter www.tierbefreiungskongress.org schreiben die Organisatoren:
„Es ist ein umfangreiches Programm geplant, bestehend aus Einführungsveranstaltungen, Arbeitskreisen, Praxisworkshops und Theoriediskussionen. Vor allem aber planen wir viel Freiraum ein, um sich unter einander kennen zu lernen und zu vernetzen.
Um dem Kongress eine Struktur zu geben, werden wir uns auf vier spezielle Themen konzentrieren:
* Tierbefreiung und Ökologie
* Reflexionen zur Tierbefreiungsbewegung
* Grundlagen für die politische Arbeit
* Herrschaftskritik und Antispeziesismus
Mit dem Kongress wollen wir die Bewegung stärken, gemeinsam an inhaltlichen Fragestellungen arbeiten und neue Strategien entwickeln.“
Detaillierte Infos können unter der oben angegebenen Internetadresse abgerufen werden.
Historischer Sieg für Spaniens Tierschützer
Große Freude bei Adlerauge und den Tierschutzverbänden sowie all denen, die sich den Tieren und dem Tierschutz verbunden fühlen:
Das Parlament der spanischen Region Katalonien in Barcelona hat die Abschaffung des Stierkampfes beschlossen. Nach einer emotional geführten Debatte votierten 68 Abgeordnete für das Verbot, 55 stimmten dagegen, neun enthielten sich. Der Beschluss gilt ab dem 1. Januar 2012.
Quasi stellvertretend für die Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen, die hierzulande tätig sind, hier die Stellungnahme von PETA:
Das katalonische Parlament hat heute Morgen für ein Stierkampf-Verbot in der gesamten Region Katalonien gestimmt. Mit 68 Stimmen gab es eine klare Mehrheit für das Verbot, 55 stimmten dagegen, bei 9 Enthaltungen. Das Gesetz tritt ab 2012 in Kraft. Örtliche Tierschützer hatten im Vorfeld über 180.000 Unterschriften für ein Stierkampfverbot gesammelt und diese im April 2009 dem Parlament vorgelegt. Weltweit haben sich vor kurzem Städte aus ganz Spanien, Frankreich, Kolumbien, Venezuela und Ecuador gegen die tierquälerische „Tradition“ ausgesprochen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren) fordert schon seit Jahren ein Stierkampf-Verbot in ganz Spanien und spricht anlässlich der heutigen Entscheidung von einem „historischen Sieg für die Tiere“.
„Das Stierkampf-Verbot in Katalonien ist ein wichtiger Impuls für ganz Spanien und ein toller Erfolg für die Tiere! Wir freuen uns riesig über das Abstimmungsergebnis und hoffen, dass die anderen Regionen jetzt schnell gleichziehen!“, so Kampagnenleiterin Tanja Wiemann von PETA. Katalonien ist bereits die zweite spanische Region, die Stierkampf aus ihren Arenen verbannt hat. Auf den kanarischen Inseln ist diese Form der Tierquälerei schon seit 1991 verboten. Mehr als 40.000 Stiere kommen jährlich bei den inszenierten Kämpfen ums Leben. Doch in der spanischen Bevölkerung sinkt die Unterstützung: Über 70 Prozent der Spanier lehnen das grausame Spektakel heute ab – eine Steigerung von über 50 Prozent seit den 1980er Jahren. In der französischen Bevölkerung beziehen sogar 80 Prozent der Befragten Stellung gegen die Stierkämpfe. „Tiere für Unterhaltungszwecke zu quälen ist eine Praktik aus dem finsteren Mittelalter”, sagt Wiemann. „Wenn sich Spanien zum modernen Europa zählen will, muss es die beschämenden Stierkämpfe ein für alle Mal beenden.“
Neu aufgelegt hat der Bundesverband Menschen für Tierrechte die Broschüre “Essen wir die Welt kaputt?”. Darin werden ausführlich und mit Quellenangaben die komplexen Zusammenhänge zwischen Ernährung, Klimaerwärmung, Umweltfolgen und globaler Ernährungskrise beschrieben. Eingegangen wird auch auf das Leid der “Nutztiere” in der industrialisierten Landwirtschaft und die Missstände bei Haltung, Zucht, Transport und Schlachtung. Weitere Themen sind Antibiotika-Resistenzen, Überfischung und Aquafarming bis hin zu den ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten, den Vorteilen der rein pflanzlichen Ernährung und praktischen Tipps, was jeder Einzelne tun kann.
Die Broschüre kann hier gelesen oder zum Preis von 0,15 EUR (plus Versandkosten) bestellt werden.
Blutige Tradition aus dem Mittelalter aktueller denn je: Grindadrap auf den Färöer Inseln
Einmal im Jahr – in den Sommermonaten – feiern die Bewohner der zu Dänemark gehörenden Färöer Inselgruppe „Grindadrap“. Was sich wie ein netter Volksbrauch anhört, ist in Wirklichkeit das brutale Abschlachten von mehreren hundert Grindwalen pro Jahr. Aus Tradition und purem Vergnügen. Die Tiere, die in den Sommermonaten in Familienverbänden in die Nähe der Inseln kommen, werden zunächst mit Motorbooten in die Buchten getrieben. Ohne einen Fluchtweg sind sie dem dann folgenden tödlichen Massaker hilflos ausgeliefert. Mit speziell für die Grindadrap-Jagd hergestellten, scharfkantigen Messern wird den Tieren die Kopfader aufgeschlitzt, nachdem sie mit einer in die Nasenöffnungen gerammten Stange orientierungslos gemacht werden. Sie verbluten langsam und bei vollem Bewusstsein. Die Bucht färbt sich dann blutrot.
War die Jagd früher die Nahrungsgrundlage der Einheimischen, hat sich heute daraus ein brutaler Sport ohne Sinn und Verstand auf dem Rücken wehrloser Tiere entwickelt. Auf der Internetseite von TASSO e.V. kann jeder Tierfreund mit seiner Stimme seinen Protest kundtun. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Tierhalter sehr wohl in der Lage sind, etwas zu bewegen. So haben sich an der gemeinsamen Aktion mit dem Bund gegen Missbrauch der Tiere fast 20.000 Tierfreunde gegen das Töten rumänischer Straßenhunde ausgesprochen. Dem gemeinsamen Aufruf mit dem Europäischen Tier- und Naturschutz gegen die grausamen Hundelager in Italien sind 14.000 TASSO-Freunde gefolgt.
Hier können Sie Ihren Protest gegen die abscheuliche Grindwal-Jagd zum Ausdruck bringen.

